Energieeffizienzklasse eines Hauses berechnen: So schätzt du sie vor dem Kauf
Aktualisiert am 28.10.2026 · Keine Rechtsberatung.
Kurz gesagt
Die Energieeffizienzklasse im Energieausweis reicht von A+ bis H und hängt am Endenergiebedarf je m² und Jahr. Ein unsaniertes Haus aus den 1960er oder 1970er Jahren liegt meist bei F bis H. Jede Klasse schlechter heißt höhere Heizkosten und mehr Sanierungsbedarf, und das gehört in den Preis.
Was die Klassen bedeuten
| Klasse | Endenergie je m² und Jahr | Typisch für |
|---|---|---|
| A+ | unter 30 kWh | Passivhaus, Neubau mit Wärmepumpe |
| A | 30–50 kWh | Neubau |
| B | 50–75 kWh | Neubau, sehr gut sanierter Altbau |
| C | 75–100 kWh | Haus ab 2000, sanierter Altbau |
| D | 100–130 kWh | Haus der 1990er Jahre |
| E | 130–160 kWh | Teilsanierter Altbau |
| F | 160–200 kWh | Haus der 1980er Jahre im Original |
| G | 200–250 kWh | Unsaniert, 1960er und 1970er |
| H | über 250 kWh | Unsaniert, vor 1978 |
Grenzwerte nach Gebäudeenergiegesetz, Anlage 10. Die Baujahre sind grobe Erfahrungswerte.
Bedarfs- oder Verbrauchsausweis
Der Bedarfsausweis rechnet aus Bauteilen und Heizung, wie viel Energie das Haus bei normaler Nutzung braucht. Er ist aussagekräftiger. Der Verbrauchsausweis zeigt, was die Vorbesitzer tatsächlich verbraucht haben, und hängt stark davon ab, wie sie geheizt haben. Eine sparsame Rentnerin im halb beheizten Haus ergibt eine gute Klasse, die du nicht erreichen wirst.
Der Verkäufer muss den Energieausweis spätestens bei der Besichtigung vorlegen, die Klasse steht schon in der Anzeige.
Ohne Energieausweis schätzen
Für eine erste Einschätzung reichen Baujahr, Gebäudetyp, Wohnfläche und Heizung. Ein freistehendes Haus verliert mehr Wärme als ein Reihenmittelhaus. Was seit dem Bau erneuert wurde, verschiebt die Klasse: neue Fenster etwa eine halbe, gedämmtes Dach und Fassade zusammen zwei bis drei Klassen.
Was die Klasse für die Heizkosten heißt
Bei 140 m² und 12 Cent je kWh Gas kostet Klasse D etwa 1.700 bis 2.200 Euro im Jahr, Klasse G etwa 3.400 bis 4.200 Euro. Mit steigendem CO₂-Preis wächst der Abstand. Über 20 Jahre summiert sich das auf einen Betrag, der jede Preisverhandlung rechtfertigt.
Warum die Klasse den Preis beeinflusst
Effiziente Bestandsgebäude erzielen deutlich höhere Preise, und Banken schauen zunehmend auf die Klasse. Eine schlechte Klasse heißt: hohe Heizkosten und Sanierungsbedarf. Beides gehört in die Verhandlung, am besten mit konkreten Beträgen.