Hochwasserkarte Hamburg: Überschwemmungsgebiete und Risiko vor dem Hauskauf prüfen
Aktualisiert am 29.10.2026 · Keine Rechtsberatung.
Kurz gesagt
In Hamburg kommt das größte Risiko von der Elbe: Sturmfluten. Zuständig für die amtlichen Karten: die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft. Gegen Hochwasser und Starkregen versichert sind in Hamburg 44 % der Wohngebäude (Deutschland: 59 %).
Hochwasser in Hamburg
Hamburg liegt an der Tideelbe. Bei der Sturmflut im Februar 1962 brachen die Deiche, 315 Menschen starben. Heute schützt eine Hauptdeichlinie bis +7,30 m über Normalhöhennull; bis etwa 2050 wird sie auf den neuen Bemessungswasserstand von +8,10 m erhöht.
Hochwasser im Binnenland drohen an Alster, Bille, Este und Wandse, Starkregen überall: Im Mai 2018 fielen in Lohbrügge bis zu 127 Liter pro Quadratmeter in anderthalb Stunden.
- 16./17. Februar 1962, Tideelbe: Deiche brachen, 315 Menschen starben in Hamburg
- 3. Januar 1976, Tideelbe: mit +6,45 m am Pegel St. Pauli bis heute die höchste Sturmflut
- 10./11. Mai 2018, Lohbrügge und Bergedorf, Starkregen: bis zu 127 Liter pro Quadratmeter in anderthalb Stunden
Die amtliche Hochwasserkarte für Hamburg
Die Hochwassergefahrenkarten in Hamburg zeigen, welche Flächen bei einem häufigen, einem hundertjährlichen und einem extremen Hochwasser überflutet werden und wie tief das Wasser steht. Für die Küste gibt es eigene Karten zu Sturmfluten. So findest du ein Haus darin: Adresse in die Suche des Kartenviewers eingeben, die Ebene für die Gefahrenkarte einschalten und die drei Szenarien nacheinander ansehen.
Hamburg hat 15 Überschwemmungsgebiete festgesetzt. Bei Sturmflut warnt die Stadt ab +3,65 m im Hafen.
Was die drei Szenarien bedeuten
| Szenario | Hamburg | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Häufiges Hochwasser | im Binnenland alle 10 Jahre, Sturmflut alle 20 Jahre | Wasser im Keller ist hier eine Frage der Zeit. Ein Grund, sehr genau hinzusehen. |
| 100-jährliches Hochwasser (HQ100) | im Binnenland und an der Küste alle 100 Jahre | 1 % Wahrscheinlichkeit pro Jahr, über 30 Jahre Kreditlaufzeit rund 26 %. Grundlage für festgesetzte Überschwemmungsgebiete. |
| Extremes Hochwasser | im Binnenland alle 200 Jahre; Sturmflut mit +7,68 m am Pegel St. Pauli, ohne die Wirkung der Schutzanlagen | Selten, aber dann mit großen Schäden. Hier gelten Regeln für hochwasserangepasstes Bauen. |
Für Gewässer mit Tideeinfluss, etwa in den Vier- und Marschlanden oder an der Este, rechnet Hamburg eigene Szenarien. Quelle: BUKEA.
Überschwemmungsgebiet: was das für Kauf und Umbau heißt
Für das hundertjährliche Hochwasser setzt das Land Überschwemmungsgebiete fest. Dort sind neue Baugebiete verboten; wer ein bestehendes Haus erweitert oder einen Anbau plant, braucht eine Genehmigung der Wasserbehörde und muss zeigen, dass dem Fluss kein Raum verloren geht (§ 78 Wasserhaushaltsgesetz).
Wichtig für Häuser mit Ölheizung: Neue Ölheizungen sind in festgesetzten Überschwemmungsgebieten verboten, bestehende mussten bis Anfang 2023 hochwassersicher nachgerüstet werden. In Risikogebieten außerhalb davon gilt, soweit wirtschaftlich vertretbar, die Frist bis Anfang 2033 (§ 78c WHG). Lass dir die Nachrüstung zeigen.
Starkregen in Hamburg
Starkregen braucht keinen Fluss: Ein Gewitter mit 50 bis 100 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde flutet Senken, Unterführungen und Keller auch weit weg vom Wasser. Die Hochwasserkarte zeigt das nicht.
Die Starkregengefahrenkarte im Wasseratlas zeigt vier Szenarien bis 100 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde. Der Wegweiser Überflutungsvorsorge der Stadt wertet einzelne Grundstücke aus.
Hausprobe zeigt in Hamburg die Wassertiefe bei extremem Starkregen aus der Hinweiskarte des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG), direkt am Haus.
Versicherung gegen Elementarschäden
In Hamburg sind 44 % der Wohngebäude gegen Elementarschäden versichert, also gegen Hochwasser, Starkregen und Rückstau (2025, GDV). Im Bundesschnitt sind es 59 %.
Vor dem Kauf zwei Dinge klären: Ist der bestehende Vertrag des Verkäufers mit Elementarschutz? Er geht mit dem Kauf auf dich über, du kannst ihn danach einen Monat lang kündigen. Und was kostet ein neuer Vertrag an dieser Adresse? Liegt das Haus in einer hohen Gefährdungsklasse, kann der Beitrag hoch sein oder Elementarschutz nur mit hohem Selbstbehalt zu haben.
Was Hausprobe für Adressen in Hamburg zeigt
Für jede Adresse in Hamburg prüft Hausprobe, ob das Haus in einer Hochwasserfläche liegt, für alle drei Szenarien und Sturmflut. Quelle: die Hochwassergefahrenkarten der Länder, wie sie die Bundesanstalt für Gewässerkunde für ganz Deutschland bereitstellt. Dazu kommen Starkregen, Lärm, Radon, Hitze und die Kosten für das Haus selbst.
Häufige Fragen
- Wo finde ich die Hochwasserkarte für Hamburg?
- Im amtlichen Kartenviewer (Umweltbehörde (BUKEA)): Geoportal Hamburg: Hochwasserrisikomanagement, https://geoportal-hamburg.de/hochwasserrisikomanagement/. Schneller geht es mit Hausprobe: Adresse eingeben, das Ergebnis steht im Bereich Umwelt.
- Was bedeutet HQ100?
- Ein Hochwasser, das statistisch einmal in 100 Jahren erreicht oder überschritten wird. Das heißt nicht, dass es nur alle 100 Jahre kommt: Die Wahrscheinlichkeit liegt jedes Jahr bei 1 %, über 30 Jahre bei rund 26 %.
- Gibt es eine Starkregenkarte für Hamburg?
- Ja, die Starkregengefahrenkarte im Wasseratlas mit vier Szenarien, dazu der Wegweiser Überflutungsvorsorge für einzelne Grundstücke.
- Wie viele Häuser sind in Hamburg gegen Hochwasser versichert?
- 44 % der Wohngebäude haben Elementarschutz (2025, GDV), im Bundesschnitt 59 %.
Quellen
- Hamburg: Gefahren- und Risikokarten
- Hamburg: Überschwemmungsgebiete
- Hamburg: Die Sturmflut 1962
- Hamburg: Sturmflut, Fragen und Antworten
- Hamburg: Starkregengefahrenkarte
- GDV, Naturgefahrenreport 2026: Versicherungsdichte der Elementarschadenversicherung nach Bundesland (2025, vorläufig)
- Wasserhaushaltsgesetz, §§ 76–78c